. : p h i l o s o p h i e : .


Etwas Besonderes

Da war es, dieses Besondere, ich erinnere mich noch gut an den ersten
Augenblick, als hätte ich ihn festgehalten. Dieses besondere Gefühl,
diesen besonderen Moment, ich nahm es mit, sah es an, hütete es,
stellte es in das oberste Regal -es war etwas Besonderes-.
Jedes mal, wenn ich dieses Besondere erblickte, dort oben, legte ich
alles in diesen Augenblick, in dieses Gefühl, von mal zu mal immer
mehr.
Es reichte nicht mehr, dass es nur im obersten Regal stand, -es war
etwas Besonderes-.
So wurde es von mal zu mal immer schöner, immer makelloser. Nach
einiger Zeit war es wie Gold, sehr wertvoll, dort oben. Und ich stellte
es auf einen Sockel, dort war es sicher, für alle unerreichbar, auch
für mich. -es war etwas Besonderes-
Von nun an verging viel Zeit, die ich nur damit verbrachte das
Besondere zu bewundern. Ich bewunderte es für die Art, wie es da stand,
für das Makellose, für den Augenblick, den es in mir festhielt und für
das Gefühl, dass es in mir weckte. Es war einfach etwas Besonderes und
es war unerreichbar.
Irgendwann, kaum merklich, fand ich einen Ersatz für das Besondere. Den
Ersatz nahm ich überall mit hin, ich hielt ihn fest, kuschelte mich
daran und er war immer da. So wurde der Ersatz mit der Zeit sehr
abgenutzt, hatte die ein oder andere Macke. Da es nur ein Ersatz war,
störten mich die Makel, auch wenn ich durch die ein oder andere
unbedachte Handlung selbst welche verursachte. Sie waren da,
unübersehbar, denn ich wollte sie nicht übersehen.
Manchmal erwischte ich mich bei dem Gedanken an das obere Regal, oben
auf dem Podest, da stand es, das Besondere. Makellos, glänzend und ich
blickte hinauf, es war so unerreichbar. - es war etwas Besonderes-
Nach einiger Zeit war der Ersatz es leid, sich auf die Zehenspitzen zu
stellen, sich zu recken, nur um etwas an das Besondere heranzukommen.
Vielleicht hätte ich jetzt etwas genauer das Besondere ansehen sollen,
ich war geblendet von dem Schein, den die Sonne darauf warf. Ich sah es
nur von unten - war es etwas Besonderes-
Vielleicht hätte ich jetzt versuchen sollen, das Besondere fallen zu
lassen, es zu zerstören, aber der Sockel, auf dem es stand, den hatte
ich errichtet und geriet nie ins wanken - war es etwas Besonderes-
Heute weiß ich, dass ich es selbst war, die es zu etwas Besonderem
gemacht hat. Ich hätte versuchen sollen, etwas dichter heranzukommen,
dann hätte ich gemerkt, dass es nicht so besonders war. Das Gold war an
einigen Stellen schon abgeplatzt, auch es hatte seine Macken. Und von
oben, so, wie ich es schon lange nicht mehr sah, war es eingestaubt. Es
hatte sich verändert.

Oft genügt es einfach nicht, es nur nicht zu erreichen. Man muß es
fallen lassen, es zerstören, um Platz zu machen für eine neue Chance,
eine Chance die in Dir das Besondere sieht, die Dich um den Augenblick,
um das Gefühl und um die Makel für etwas Besonderes hält. Wenn Du
jemanden findest, der Dich so annimmt, wie Du bist und nicht nach oben
schaut, dann ist dieser Mensch etwas Besonderes. Sieh diese Chance und
nutze Sie, biete Deine Hand und helfe diesem Besonderen zu Dir auf dem
Sockel, auf dem Du dann stehst, hoch.
Versuche nie aus Feigheit oder falschem Stolz, diese Chance zu vertun,
den es könnte die Chance sein, die Dein Leben verändert, den es gibt
das Besondere, von dem Du träumst.

Autor: - eingereicht am: 04.07.2002 von: Schehera Zade



 
  [ : philosophie : ]

  .: Der Gärtner :.
  .: Pünktlichkeit - das halbe Leben :.
  .: Etwas Besonderes :.
  .: Es ist Nacht :.
  .: Das Licht am Ende des Ganges :.
  .: Irgendwie anders :.
  .: Eine kleine Geschichte von der Traurigkeit :.
  .: Rückenwind :.
  .: Jetzt ist gut :.
  .: stand up and fight :.
  .: Das Kleine an der Leine :.
  .: Rot Grün Blau :.
  .: Rechtzeitig loslassen :.
  .: Bergnachricht :.
  .: Der Weg :.
  .: kill_me :.
  .: Bequemlichkeit :.
   
  .: top :.
 

 
 
  .: copyright (c)2001 by :.
  .: CW :.