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Bequemlichkeit

Wer immer nur spurt, hinterlässt so gut wie nie Spuren. Wir liegen falsch, wenn wir uns nach denen richten, die hinter uns stehen. Wer nur seinem Vergnügen nachrennt, läuft an der Freude vorbei. Gefühle erkalten, sobald sie verheizt werden. Ein Leben in Fülle lebt nicht vom Überfluss - sondern von der Vielfalt. Die uns nehmen, wie wir sind, ersparen uns eine Menge Arbeit. Ihnen brauchen wir nichts mehr vorzuspielen. Wer einen Wald von Vorurteilen pflanzt, dem gedeihen Holzwege in Hülle und Fülle. Wie soll jemand, der keine Zeit zum Genießen hat, einen guten Geschmack entwickeln können? Wo wir Gehör finden, brauchen wir nicht mehr nach großen Worten zu suchen. Wissen ist Macht. Das ändert aber so gut wie nichts an der Übermacht der Dummheit. Wer nach der Uhr lebt, muss damit rechnen, dass ihm sein Leben mit der Zeit auf den Wecker geht. Wichtig ist, dass wir uns auch mit jenen verständigen können, die wir nicht verstehen können. Wer nichts Gutes an einem Menschen findet, hat schlecht gesucht. Es ist bequem, aber nicht gut, das Bequeme für das Gute zu halten.

Autor: - eingereicht am: 20.12.2000 von: Oliver Sorge



 
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